Rezension: John Katzenbach – Die Anstalt

John Katzenbach - Die AnstaltFrancis Petrel, genannt C-Bird, wird in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen. Eines Nachts wird eine Krankenschwester umgebracht und in einem Ritual werden ihr vier Fingerspitzen abgeschnitten. Wie konnte der Mörder, der vermutlich einer der Patienten ist, sich in dem Gebäude oder auf dem Klinikgelände frei bewegen, wenn die Patienten in Schlafsälen eingeschlossen werden? Wo ist die Tatwaffe und wo sind die Fingerkuppen geblieben?

Eine junge Staatsanwältin erkennt das Muster eines Serienmörders, quartiert sich in die Klinik ein und versucht nun von innen mit Hilfe von C-Bird und einem anderen Patienten, das Rätsel zu lösen. Doch als sie dem Mörder näher kommen, passieren weitere Morde.

Zwanzig Jahre später, zwischenzeitlich entlassen, hört Francis wieder Stimmen und erlebt das Ganze ein weiteres Mal.

Katzenbach wählt für diesen Thriller einen interessanten, für mich neuen Ansatz, in dem er dem Leser die Geschehnisse aus Sicht eines Geisteskranken schildert. Einem Menschen der Stimmen hört und fiktiven Gestalten als Real wahrnimmt.

So manches Mal überlegt man als Leser, was real und was in der Fantasie von C-Bird passiert. Letztendlich lebt die Geschichte hiervon. Doch leider überstrapaziert Katzenbach mit rund 750 Seite diese gute Idee etwas. Einhundert Seiten weniger hätten es auch getan. Das Ende, das sei an dieser Stelle verraten, ist gerade zu trivial. Ansonsten ist handwerklich nichts gegen dieses Buch einzuwenden.

Sicherlich ist „Die Klinik“ nicht schlecht, erreicht aber einfach nicht die Klasse des Romans „Der Patient“. Dieser Roman hat mir eindeutig besser gefallen.

„Die Klink“ bekommt daher von mir eine eingeschränkte Empfehlung. Sehr gute Idee, halbwegs gut umgesetzt, aber leider mit etwas Länge.

John Katzenbach – Die Anstalt – ISBN: 978-3426629833 – 748 Seiten – 9,95 Euro

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