Beiträge der Kategorie 'Buch'

Rezension: Ken Follett – Die Säulen der Erde

Ken Follett - Die Säulen der ErdeWer hat diesen Roman von Ken Follett nicht schon mal gelesen oder zumindest von ihm gehört? Daher an diese Stelle nur ein paar Sätze zum Inhalt.

Das Buch spielt in England in der Zeit von 1123 bis 1174. In verschiedenen Plots wird das Leben verschiedener Menschen aus unterschiedlichen Schichten geschildert. Im Grunde geht es um die Macht der Grafen, des Königs, der Kirche und deren Vertreter sowie um die schwierigen Lebensbedingungen der einfachen Menschen in diesem Machtgefüge und um den Bau einer Kathedrale (… mehr Infos).

Diesen Roman habe ich das erste Mal vor ca. 15 Jahren gelesen. Schon damals war ich begeistert. Es ist eines der wenigen Bücher, welches ich sehr gut in Erinnerung behalten habe. Habe es daher auch guten Gewissens mehrfach empfohlen.

Letztes Jahr ist der Folgeroman „Die Tore der Welt“ erschienen. Das hat der Verlag zum Anlass genommen, beide Bücher in einer etwas aufwendigeren Ausgabe zu veröffentlichen. Beide Bücher sind in Leinen gebunden und werden mit einem kleinen Heftchen (31 Seiten) in einem schönen Schuber geliefert. Dieses Zusatzbüchlein bietet weitere Informationen zu Geschichte (Stammbäume) sowie zu Autor und Erfolg des Buches.

Habe den Roman jetzt noch mal gelesen und bin wieder begeistert. Follett entführt den Leser auf über 1300 Seiten ins Mittelalter. Ich habe den Eindruck, dass er sowohl über das Leben und über die Architektur und den Bau von gotischen und romantischen Kirchen recherchiert hat.

Die Akteure werden mit der nötigen Tiefe beschrieben. Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte wunderbar. Man kann sie sich gut vorstellen, Tom Builder und seine Familie wächst einem förmlich ans Herz.

Die Säulen der Erde ist meiner Meinung eines der besten Bücher überhaupt und sicherlich das beste Buch von Follett (wenn es auch nicht typisch ist). Nicht ohne Grund ist es auf Platz 3 der beliebtesten Bücher der Deutsche.

Das Buch selbst ist schön verarbeitet, auch der in Leinen gebundene Schuber macht schon etwas her. Die Zusatzinformationen sind überschaubar. Obwohl der Druck ordentlich ist und die Optik der Seite gut ist, sind mir die Blätter einfach zu dünn. Ob sich daher der Mehrbetrag gegenüber dem Standardbuch von 10 Euro bzw. gegenüber dem Taschenbuch rechnet, muss jeder selbst entscheiden.

Wer es also noch nicht gelesen hat und diese Art von Geschichte nicht total ablehnt, sollte sie lesen.

Wer Bücher mag oder gar sammelt und dieses Buch noch nicht hat, sollte sich diese besondere Ausgabe zumindest mal ansehen.

Am Rande: Hatte letzte Woche Urlaub und habe das Buch quasi verschlungen und innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen 😉

Ken Follett – Die Säulen der Erde – 1295 Seiten – ISBN: 978-3785723524 – 34,95 Euro

Rezension: Garry Disher – Gier

Garry Disher - GierWyatt ist ein Berufsverbrecher, der seinen Lebensunterhalt mit hochkarätigen Einbrüchen und Überfällen verdient. Hierbei geht er planvoll vor und scheut aber keine Anwendung von Gewalt und Mord.

Die Rechtsanwältin Anna Reid schlägt ihm ein Coup vor: Am Freitag wird sich in dem Safe ihres Partners rund 300.000 Dollar Schwarzgeld befinden. Da die Geschäfte nicht so gut laufen, nimmt er das Angebot a, stellt ein ein kleines Team zusammen und plant den Überfall.

Dieses Buch ist kein Thriller, wie ich sie sonst lese. Einen Roman, dessen Hauptakteur ein Schwerverbrecher ist und sich auch wie ein Schwerverbrecher verhält, ist sicherlich auch kein typischer Thriller. Wyatts Charakter ist wirklich kein liebenswerter Good-Boy.

Der Schreibstil ist, passend zur Geschichte, eher hölzern und die Spannungskurve ist durchschnittlich. Das Buch lebt von der Geschichte und vom Coup und dessen Vorbereitung.

Wobei der Coup nicht die Finesse hat, wie man sie aus diversen Hollywood-Filmen kennt. Hierdurch bleibt die Story aber authentisch.

Weil das Buch sehr speziell ist, fehlt es mir sehr schwer eine Empfehlung auszusprechen.

Garry Disher – Gier – 248 Seiten – ISBN: 978-3570068366 – Stern-Krimi-Edition

Rezension: Ruth Rendell – Urteil in Stein

Ruth Rendell - Urteil in Stein

Der Roman spielt zu Beginn der 1970er Jahre. Die Familie Coverdahle stellt eine neue Haushälterin ein. Diese stellt sich als tüchtige und genügsame Arbeitskraft aus, daher sind auch fast alle Familienmitglieder von ihr anfänglich sehr angetan.

Doch Eunice hat ein Geheimnis, ein Handicap, deren Entdeckung sie möglichst vermeiden möchte. Im Laufe der Zeit treten die Schwächen immer mehr in den Vordergrund. Schließlich eskaliert es und Eunice bringt die ganze Familie um.

Ruth Rendell eröffnet ihren Roman „Urteil in Stein“ mit dem Satz: „Eunice Parchmann tötete die Familie Coverdale, weil sie nicht lesen und schreiben konnte.”

In diesem Roman, der sicherlich in dieser Form kein Thriller, sondern eher ein klassischer Kriminalroman. Action und Verstrickungen sucht man vergebens. Auch nimmt sie mit dieser Eröffnung das vermeidliche Ende vorweg. Es geht also nicht um die Suche nach dem Mörder, nach dem Motiv oder nach der Art und Weise, sondern einfach nur darum, warum eine einfache Frau aufgrund einer psychischen Störung zu einer Mehrfachmörderin wird.

Dies erfolgt aber auf einer gelungenen Art, die Würze liegt in der feinen Formulierung und plastischen Darstellung der Protagonisten. Rendell schafft es, den Leser auch ohne große Spannungsmomente bei Laune zu halten.

Handwerklich einfach gut gemacht. Wer auf Krimis oder Romane der eher leisen Töne steht, der wird diese Buch sicherlich zusagen.

Ruth Rendell – Urteil in Stein – 252 Seiten – ISBN: 978-3-570-06821-2- Stern-Krimi-Edition

Rezension: John Sandford – Die Schule des Todes

John Sandford - Die Schule des TodesEin Serienkiller foltert Frauen und diese um, zwischen denen scheinbar keinen Zusammenhang besteht. Der Killer plant seine Taten bis ins Kleinste, hinterläst Zettel mit Hinweisen wie „Niemals jemand ermorden, den man kennt“ oder „ Niemals ein Tatmotiv haben“, aber andere Spuren hinterläst er nicht am Tatort.

Aufgrund seiner hohen Aufklärungsquote wird Lucas Davenport, ein eigenwilliger Ermittler aus dem Rauschgiftdezernat, zu den Ermittlungen hinzugezogen.
Als weitere Morde passieren und die Öffentlichkeit davon erfährt, nimmt der Druck auf Davenport und seine Kollegen weiter zu. Und dann fängt der Killer, mit Davenport an zu spielen.

Dieser Thriller kann man schon fast als klassisch bezeichnen. Er ist logisch aufgebaut, die Akteure werden mit der nötigen Tiefe beschrieben und am Rande es gibt ein paar kleiner private Probleme. Der Schreibstil war auch in Ordnung, leicht verständlich und nicht zu platt.

Wirkliche neue Ideen hat Sandfort in seinem ersten Roman nicht präsentiert, aber die Story ist halbwegs unterhaltsam, spannend und unterm Strich ein durchschnittlicher Thriller.

Von den drei Büchern, die ich bisher von Sandford gelesen habe, war dies um Längen das Beste. Der Unterschied zwischen „Die Schule des Todes“ und „Todesspiel“ sind enorm, schon der Schreibstil unterscheidet sich erheblich.

Neuere Bücher mit dem Ermittler Lucas Davenport sollen allerdings besser sein als dieser Band.

John Standford – Die Schule des Todes – 445 Seiten – Stern-Krimi-Edition

Rezension: John Sandford – Todespiel / Totenklage (Doppelband)

John Sandford - Todesspiel und TotenklageIn John Sandfords Todesspiel (bzw. Totenspiel – siehe letzter Absatz) geht es um die Ermordung des Hackers Bobby. Dieser wird heimtückisch zu Hause erschlagen. Der Mörder entwendet nach dem Mord lediglich das Notebook.

Ein befreundeter Hacker, Kidd, findet Bobby und macht sich mit zwei Freunden auf die Suche nach dem Mörder und dem Notebook. Den er vermutet, dass neben geheime Daten auch Informationen über ihn auf dem Notebook gespeichert sind, die dazu führen könnten, dass er enttarnt wird.

Und offensichtlich schafft es der Mörder, einige Daten zu entschlüsseln. Den der Presse werden Daten über hochrangige Politiker zugespielt, die von vermutlich von dem Notebook stammen.

Vorweg: Totenspiel war das erste Buch, das ich von John Sandford gelesen habe.

Ein Thriller im Hackermilieu – der Klapptexte das hörte sich vielversprechend an. Doch leider erfüllte er meine Erwartungen nicht mal ansatzweise.

Der Erzählstil ist überwiegend in der Ich-Form aus Sicht des Hackers Kidd geschrieben. Leider ist der Anteil der Gespräche von Kidd, die wörtlich wiedergegeben werden, recht hoch. Insgesamt wirkt die ganze Geschichte auch unnötig hektisch und erinnerte mich stark an die Groschenhefte über Jerry Cotton.

Fesselnde Spannung machte sich hierdurch auch nur zum Ende hin bemerkbar. Und obwohl das Buch nur rund 350 Seiten hat, wies es Längen auf.

Sandford hat das vermutlich an einem verregneten Wochenende, inspiriert durch einen Artikel zum Thema Hacken in der Wochenendzeitung, mal eben runtergeschrieben. Das ist das schlechteste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Also kurz und Gut: Von diesem Roman kann ich nur abraten.

Der zweiten Roman dieses Doppelbandes heißt: Totenklage. Der republikanische Exsenator Bowe verschwindet plötzlich. Seine Frau beschuldigt eine Organisation, die sich eigentlich um die Sicherheit in den Nachbarschaften kümmern soll und von dem Gouverneur Goodmann gegründet wurde. Madison Bowe behauptet sogar, dass es sich bei der Organisation eigentlich um einen Schlägertrupp handelt.

Da in einigen Monaten wieder Präsidentschaftswählen sind, beauftragt das Weiße Haus Politikkenner Jack Winter, Bowe zu suchen. Kurz darauf findet man die Leiche von Bowe, verbrannt und ohne Kopf. Winter ermittelt in verschiedene Richtungen weiter und stößt auf verschiedene Spuren in private, aber auch in politische Kreise.

Bei diesem Roman handelt es sich um einen typischen Politthriller. Gegenüber Totenspiel ist dieser Roman auch wesentlicher runder. Der Roman wird überwiegend aus Sicht von Winter wiedergegeben, aber nicht nur. Durchaus gibt es immer wieder Absätze und Kapitel, in denen andere Akteure im Mittelpunkt stehen. Hierdurch wird die Geschichte wesentlich unterhaltsamer und spannender. Auch verzichtete Sandford auf den verworrenen Stil der ersten Geschichte.

Totenklage ist ein durchschnittlicher Politthriller und aber sicherlich kein Höhepunkt in der Unterhaltungsliteratur. Er weiß aber zu unterhalten und rechtfertigt wenigstens halbwegs die 8 Euro, die der Doppelband gekostet hat.

Leider hat der Verlag beim Titel extrem geschlampt: Der erste Roman heißt auf der Titelseite Totenspiel und im Innenteil Todesspiel. Todesspiel ist aber der richtige Name. Auf der Verlagsseite wurde der Fehler mittlerweile korrigiert.

Unter Strich würde ich aufgrund des mangelhaften ersten Romans von diesem Doppelband trotz des günstigen Preises abraten.

John Sandford – Todesspiel/Totenklage – rund 700 Seiten – ISBN 978-3-442-13460-1 – 8 Euro

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